Jugend und Drogen in Kärnten

Was veranlasste Sie dazu, in diesem Bereich tätig zu sein?
Drogenabhängige Menschen haben viele Ressourcen und Fähigkeiten. Sie auf einem Stück ihres Lebenswegs zu begleiten ist sehr vielfältig, fordernd, spannend und nie langweilig.
Wie lange arbeiten Sie schon in der Drogenambulanz?
Ich arbeite seit 13 Jahren in der ambulanten Drogenarbeit.
Was glauben Sie sind die Hauptursachen, dass Jugendliche zu Drogen greifen?
Es spielen immer unterschiedliche Ursachen zusammen, warum Jugendliche zu Drogen greifen und ob jemand süchtig wird. Es spielen die Droge selbst, der Mensch und seine Umwelt, sowie der Moment und die Situation eine Rolle. Die Tatsache, dass es Suchtmittel gibt, macht niemanden süchtig. Aber es macht einen Unterschied, wie leicht erhältlich Mittel sind, wie teuer sie sind, wie sie wirken, wie rasch sie abhängig machen und wie oft man sie konsumiert. Menschen haben innere Ressourcen im Umgang mit Problemen: Selbstbewusstsein, Konfliktfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit. Wenn diese „Werkzeuge“ für die Bewältigung eines Problems nicht mehr reichen, braucht es Hilfe von außen: Hilfe von Freunden und Familie oder Flucht mit Hilfe eines Mittels/Verhaltens. Die Normen und Regeln der Umgebung, der Familie, des Freundeskreises und der Gesellschaft spielen auch eine Rolle: Hohe Erwartungen, Gruppendruck, die Konsumkultur, Arbeitslosigkeit oder fehlender Raum für Jugendliche können zu einer Suchtentstehung beitragen. Wer gelangweilt, frustriert, grantig, einsam oder traurig ist, wird nach einem Ausweg suchen. Anhand eines Mittels wird eine Lösung gesucht.
Mehr zu lesen in der 29. Ausgabe
Autor: 5
Kommentare
»Weitere Artikel